Keine Denkverbote bei Förderung des Medizinernachwuchses
Numerus clausus darf kein Tabu mehr sein

Die Berliner CDU/FDP-Koalition will den Zugang zum Medizinstudium erleichtern. So soll dem drohenden Ärztemangel unter anderem durch gezieltere Vergabe von Studienplätzen entgegengewirkt werden. Dazu erklärt Dr. Hans-Jürgen Schuster, gesundheitspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Sächsischen Landtag:
"Die Tatsache, dass nur vier von fünf Studenten nach ihrem Medizinstudium einen ärztlichen Beruf ergreifen, hat unter anderem dazu geführt, dass auch sächsische Kassenärzte teilweise an ihrer Kapazitätsgrenze arbeiten. Nur wenn wir ein umfassendes Maßnahmepaket schnüren, das bereits mit Aufnahme des Studiums greift, werden wir langfristig erfolgreich sein. In dieses Paket gehört beispielsweise auch die Aufnahme des demografischen Faktors in die Bedarfsplanung des Freistaates.
Die Abiturnote allein sagt nicht alles über die Qualifikation eines Bewerbers aus. Wichtig sind auch Vorerfahrungen durch ehrenamtliche Arbeit, durch Kontakt zum ärztlichen Beruf, oder eine generelle medizinische Affinität, die man durch gezielte Auswahltests feststellen könnte.Die Diskussion über den Numerus clausus und die erwähnte Einführung eines demografischen Faktors in die Bedarfsplanung begrüßen und unterstützen wir daher ausdrücklich. Wenn wir auf Dauer das hohe Niveau der medizinischen Versorgung auch in einem Flächenland wie Sachsen sicher stellen wollen, darf es keine Denkverbote oder Tabus – wie etwa den Numerus clausus – geben. Nur so wird der Arztberuf wieder zu einem Traumberuf."




